Avoriaz auf 1800 Metern

Ganz ehrlich? Ich hatte vorher noch nie von Avoriaz gehört. Liegt vielleicht daran, dass es vor allem im Winter ein beliebtes Skigebiet ist und im Sommer ein Hotspot für Mountainbiker – beides Dinge, die ich eher nicht so mache. Umso spannender war es für mich, die neue Region zu entdecken.

Ohne grosse Erwartungen bin ich also los – und war sofort begeistert, als ich in Avoriaz ankam. Hoch oben auf 1800 Metern, autofrei, mit einem ganz besonderen Charme. Ich wusste direkt: Das wird gut.

Hotel Mil8 in Avoriaz

Mein Hotel, das Mil8 , hat mich auch direkt abgeholt – modern, gemütlich und vor allem: Mein Rennrad durfte mit aufs Zimmer. Besser geht’s nicht. 😉

Da ich später ankam als geplant, bin ich abends noch eine kleine Runde durch den Ort spaziert, dann zurück ins Zimmer, Buch raus – und einfach nur entspannt gelesen.

Am nächsten Tag zeigte sich das Bergwetter von seiner raueren Seite: grau, kühl und neblig. Aber ehrlich? Ich habe es total genossen. Laptop aufgeklappt, ein bisschen gearbeitet, zwischendurch in den Infinity-Pool und in die Sauna. Später ging’s noch eine Runde an die Boulderwand im Ort – und das absolute Highlight: eine unglaublich gute Massage. Danach war ich so tiefenentspannt, dass ich den Abend wieder lesend und ganz ruhig ausklingen liess.

Am nächsten Morgen – Sonne! Ich konnte es kaum erwarten, aufs Rad zu steigen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging’s los: Der einzige Weg runter von Avoriaz führt über den Col de la Joux Verte – kühl, aber wunderschön. Unten gab’s noch schnell einen Kaffee, dann war ich bereit, die Region mit dem Rad zu erkunden.

Erster Anstieg: Col de la Joux Plane – auf 10 Kilometern und 750 Höhenmetern wenig Verkehr, super Strassen, herrliche Landschaft. Genau mein Ding. Oben kurz durchgeatmet, weiter ging’s direkt zum Col de l’Encrenaz. Ab der Abzweigung Richtung Pass wurde es traumhaft ruhig – keine Autos, nur Berge und tolle Aussicht. Zurück nach Morzine, dann nochmal rauf über den Col de la Joux Verte – 12 Kilometer, knapp 800 Höhenmeter. Danach: Essen, Sauna, Buch, Bett. Glücklich. Strava: Chasing Cols

Am nächsten Tag stand die nächste Tour an. Wieder ging’s über den Joux Verte nach unten und über eine befahrene Hauptstrasse zum ersten Pass, aber die Autofahrer waren erstaunlich rücksichtsvoll. Kein einziger unangenehmer Moment – das war echt angenehm. Kurz danach bog ich endlich von der Hauptstrasse ab – und war wieder mitten im ruhigen Bergparadies.

Der Col du Grand Taillet war mein erster Anstieg des Tages. Schöne Steigung, tolle Aussicht, kaum Verkehr – genauso liebe ich es. Nach einem kurzen Snack und dem Auffüllen der Flaschen sollte es weitergehen, doch dann: Sperrung. Der nächste Pass war wegen Bauarbeiten dicht. Zum Glück war der Bauarbeiter super freundlich, telefonierte kurz und winkte mich durch. Ich durfte durch die Baustelle – mit der Bitte, an den Arbeitern vorbei zu schieben. Und tatsächlich: Die Jungs machten mir sogar Platz. Ich war echt dankbar – das hat mir den Tag gerettet.

Nach dem Dorf kam das Highlight: Col du Corbier, komplett neu geteert, niemand weit und breit. Oben war’s ziemlich windig, also schnell ein Foto und weiter. Der Weg nach Montriond zog sich leicht gegen den Wind, aber ich war motiviert, denn: Jetzt wollte ich den Col de la Joux Verte von der anderen Seite fahren.

Und das war eine gute Entscheidung. 13 Kilometer, etwas über 800 Höhenmeter, vorbei an einem idyllischen See – mit jeder Kurve wurde die Aussicht spektakulärer. Diese Seite ist deutlich ruhiger und landschaftlich sogar noch schöner. Ich war wirklich froh, auch diese Variante gefahren zu sein. Zurück im Hotel hiess es: Speicher auffüllen, Sauna, Bett. Wieder ein perfekter Tag. Strava: More Cols

Am letzten Tag wollte ich die Gegend auch mal zu Fuss erkunden. Schon beim Start auf 1800 Metern hat man eine fantastische Aussicht – und das Beste: Man wechselt ständig zwischen Frankreich und der Schweiz. Ich hatte eine richtig schöne Wanderung – bis zum Schluss, wo ich etwas übermotiviert den direkten, steilen Rückweg gewählt habe. Da hätte es wohl eine gemütlichere Alternative über ein paar Kurven gegeben… na ja. Danach war ich jedenfalls mehr als bereit für Pool, Sauna – und zur Belohnung eine Runde Minigolf. Abends dann Raclette. Strava: Wanderung in Avoriaz

Die Zeit in Avoriaz ging viel zu schnell vorbei. Es gibt noch so viel zu entdecken – zum Beispiel den Golfplatz, den ich leider nicht mehr geschafft habe. Einziger Wermutstropfen: Ich habe nirgendwo einen richtig guten Kaffee gefunden. Aber das nehme ich in Kauf – denn eins ist klar: Ich komme wieder.

Und für alle, die mit dem Rad unterwegs sind: Das Hotel Mil8 ist absolut empfehlenswert. Radfreundlich, gemütlich und perfekt gelegen. Ich bin jetzt schon gespannt auf das nächste Mal.

Spektakuläre Aussicht über die Berge und Seen in Avoriaz